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Hamburger Stadtteile – Rotherbaum

01 Mrz

Mondäne Villen, alternatives studentisches Leben, spannende Museen, kulinarische Vielfalt unmittelbar vor dem zeitlos schönen Panorama der Außenalster – all das und noch viel mehr ist Hamburg Rotherbaum.

Kaum ein Stadtteil in Hamburg bietet eine derartige Vielfalt für jedes Interesse und jeden Geldbeutel. Entspannen lässt es sich hervorragend in ausgedehnten Parkanlagen des Alstervorlandes, an denen man wie sonst nirgendwo mit luxuriösestem(!) Blick auf die Alster die Seele baumeln lassen kann.  Die Villen und Anwesen früherer Hamburger Kaufleute und Schiffsmakler, die zum Teil so manches Herrenhaus in den Schatten stellen, laden zu einem Spaziergang durch das nahe dem Alstervorland gelegene Pöseldorf ein. Hier lässt es sich durch kleine Sträßchen und Gassen vorbei an hochwertigen Boutiquen und Einzelhändlern flanieren. Pöseldorf, ursprünglich Quartier für Kutscher und Dienstboten hat sich einen idyllischen aber inzwischen teuren Charme zwischen den imposanten Gründerzeitbauten erhalten.

Das Grindelviertel – Zentrum des studentischen Lebens

Als Zentrum der Wissenschaft und des studentischen Lebens hat sich das Grindelviertel entwickelt. Durchzogen von erhabenen Mehrfamilienhäusern im Historismus oder Jugendstil wird gerade hier das individuelle und persönliche betont. Kein Wunder, dass mit dem Abaton eines der ältesten Programmkinos Deutschlands im Grindelviertel zu finden ist. Bekannt ist der Grindel auch als Zentrum des jüdischen Lebens in Hamburg damals wie heute wieder. Hier stand bis 1938 die größte Synagoge Norddeutschlands. Heute lassen sich deren Ausmaße noch im Pflaster des ursprünglichen Standortes am Grindelhof ablesen.

Gewissermaßen als Scharnier verbindet die Rothenbaumchaussee die mondänen Alsterlagen mit dem Universitätsviertel der Stadt Hamburg. Ähnlich wie der parallel verlaufende Mittelweg führt sie direkt in die Hamburger Innenstadt. An der Chaussee finden sich zahlreiche bedeutende Einrichtungen, wie das Medienzentrum Rotherbaum, Museum der Kulturen und Künste der Welt oder der schönste Bahnhof Hamburgs – der 1903 im Jugendstil ausgeführte Stahl- und Glasbau des Bahnhof Dammtor.

Ein Stadtteil auf der Grünen Wiese

Etwa an der Stelle des heutigen Bahnhofes befand sich bis in das ausgehende 19. Jahrhundert das Hamburger Dammtor. Eines der Tore der damaligen Festungsanlagen deren Überreste heute noch im nahen Planten un Blomen zu sehen sind. Auf dem Gebiet des heutigen Rotherbaum befanden sich Mitte des 19. Jahrhunderts ausgedehnte Wiesen und Freiflächen ohne nennenswerte Bebauung. Da an dieser Stelle das Hamburger Stadtgebiet endete, stand hier ein Wachhäuschen mit typischem Schlagbaum. Dieser war rot angestrichen und der Name des Gebietes somit vorgezeichnet. Er wurde dann einfach für das angrenzende Stadtviertel übernommen: Rotherbaum.

Nachdem die Torsperre im Jahr 1860 aufgehoben wurde – die Stadttore wurden bis zu diesem Jahr nachts verschlossen und aus militärischen Gründen durfte vor den Stadttoren nicht gebaut werden – begann zügig der Bau der neuen Wohnquartiere, die sich heute nahtlos an das benachbarte Harvestehude anschließen. In der Gründerzeit wurden an der Alster vorwiegend Villen sowie im weiteren Bereich zum Grindel Wohnquartiere mit gehobenen Mehrfamilienhäusern angelegt. Der gesamte Stadtteil ist auch heute noch gut in seiner Einheitlichkeit zu erleben. Ein Spaziergang entlang der aufwendig gestalteten Quartiere lohnt sich in jedem Fall.

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