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Hamburger Stadtteile – St. Georg | Steinhaus Immobilien

28 Apr

Hamburg-St. Georg

St. Georg – der Stadtteil steht heute für viele Hamburger für einen modernen Lebensstil, feinste Alsterlagen, leicht Anrüchiges rund um den Hansaplatz und multikulturelles Miteinander entlang des Steindamms. Viele Facetten also für einen flächenmäßig eher kleinen Stadtteil. Wir haben uns einen der ältesten Hamburger Stadtteile genauer angeschaut um zu erfahren, was St. Georg heute so besonders macht.

Ein Einblick in die Geschichte von St. Georg

Die Geschichte von St. Georg beginnt im Jahr 1194 mit dem Bau eines Lepra-Hospitals vor den Toren der Stadt Hamburg. Im Hospital St. Georg wurden die Erkrankten behandelt und aus dem Stadtzentrum ausgelagert. Da Lepra als eine unheilbare Krankheit galt, führte die Angst vor einer Ansteckung zu einer Isolation der Erkrankten.  Es wurde sogar ein Steintor erbaut, welches das Eindringen der Erkrankten nach Hamburg verhindern sollte. Dies blieb für eine längere Zeit so, da später auch die an der Pest erkrankten Personen in St. Georg behandelt und bestattet wurden.

Man könnte fast sagen, dass zur damaligen Zeit alles Unschöne der Stadt nach St. Georg, also vor die Tore der Stadt, verbannt wurde. Der Pestfriedhof, der Hinrichtungsplatz und auch der Müllabladeplatz wurden nach St. Georg verlegt. Allerdings zog der Ort auch viele Hamburger Familien an, die sich ein Stück Land kauften und dort ihre Sommerhäuser errichteten – schließlich verfügt St. Georg auch heute noch über seine gesamte Länge über direkte Alsterlage. Sie genossen die Ruhe von der lauten und engen Stadt. Vor Sonnenuntergang mussten sie dann aber nach Hamburg zurückkehren, da danach niemand mehr durch das Steintor in die Stadt gelassen wurde.

Im Laufe der Zeit siedelten sich dann auch immer mehr Betriebe in St. Georg an und so entschloss man sich schließlich dazu, den Ort in die Stadt mit einzubeziehen. 1830 erhielt St. Georg dann den Status einer Hamburger Vorstadt, die Torsperre blieb allerdings weiterhin erhalten. 1848 gab es schließlich einen Aufstand am Steintor, bei dem Revolutionäre die Wachhäuser niederbrannten. Die Torsperre blieb trotzdem noch 20 Jahre weiter erhalten, bis St. Georg 1868 vollständig nach Hamburg eingegliedert wurde. Durch die Eingliederung nach Hamburg erhielten schließlich auch alle Bewohner von St. Georg dieselben Rechte wie die Hamburger.

Im zweiten Weltkrieg wurde der Stadtteil fast komplett zerstört, weshalb in den 1960er u. 70er Jahren die Überlegung aufkam, die verbliebene Bebauung im Stadtteil vollständig abzureißen und das Bauprojekt Alsterzentrum des Wohnungsunternehmens Neue Heimat zu realisieren. Das Ziel bestand darin, Wohnraum für 20.000 Menschen und Gebäude mit bis zu 63 Stockwerken entstehen zu lassen. Ein irrwitziges Projekt, wenn man zum Vergleich bedenkt, dass der neu geplante Elbtower im Hafen 64 Stockwerke und somit rund 245m hoch werden soll. Der Plan wurde folgerichtig allerdings im Jahr 1973 schon wieder verworfen und es erfolgte stattdessen eine Sanierung des noch vorhandenen Altbaubestandes.

Der Stadtteil heute

Heute gehört St. Georg zu den beliebtesten Stadtteilen in Hamburg. Vor allem für seinen bunten Mix der verschiedenen Kulturen, Religionen und Lebensformen ist St. Georg auch über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannt.

Besonders die Lange Reihe in St. Georg ist eine beliebte Ausflugsmeile und gehört zu einer der teuersten Gegenden Hamburgs. In der Langen Reihe befinden sich Restaurants, Cafés, Kneipen und in wenigen Gehminuten ist die Außenalster zu erreichen. Außerdem findet hier jährlich im Frühjahr das Stadtteilfest St. Georgs und im Sommer der Christopher Street Day statt. Am Steindamm, nicht weit von der Langen Reihe entfernt, kann man besonders gut die kulinarische Vielfalt Hamburgs genießen. Ob türkisch, syrisch oder asiatisch – am Steindamm ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Dass St. Georg bei alteingesessenen Hamburgern nicht den besten Ruf genießt, lässt sich auch heute noch rund um den Hansaplatz nachspüren. Hier ist immer noch eine kleinere Rotlichtmeile etabliert, die in früheren Zeiten weit ausgedehnter war und u.A. mit all seinen Begleiterscheinungen für den eher zweifelhaften Ruf des Stadtteils sorgte. Heute Ist allerdings zwischen Hansaplatz und Alster eine der besten Hamburger Wohnlagen entstanden – Exilhamburger, die nach Jahrzehnten das erste Mal in den Stadtteil zurückkehren, werden diesen wohl nicht wiedererkennen.

Verkehrsknotenpunkt Hamburgs

St. Georg gilt als Verkehrsknotenpunkt Hamburgs. Im Stadtteil liegt nämlich der Hamburger Hauptbahnhof, der mit bis zu 450.000 Reisenden pro Tag einer der meistfrequentierten Bahnhöfe in Deutschland ist. Der Hauptbahnhof bedient alle Linien des Hamburger Schienen-Nahverkehrs. Außerdem ist direkt neben dem Hauptbahnhof der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) zu finden, von dem aus verschiedene Fernbuslinien durch ganz Europa führen.

St. Georg für Kulturliebhaber

Wer sich für Kunst und Kultur begeistert, der ist in St. Georg genau richtig.

In St. Georg befinden sich unter anderem zwei der bedeutendsten Kulturinstitutionen Hamburgs – das Deutsche Schauspielhaus und das Ohnsorg Theater. 1900 wurde das Deutsche Schauspielhaus durch eine private Initiative von Hamburger Bürgern gegründet, heute ist es mit seinen ca. 1.200 Plätzen das größte Sprechtheater Deutschlands. Das Ohnsorg Theater befindet sich im historischen Bieberhaus direkt am Hamburger Hauptbahnhof. Auf dem Spielplan stehen größtenteils Stücke auf Plattdeutsch, doch auch einige auf Hochdeutsch.

Für Kinogänger ist das Savoy eine beliebte Anlaufstelle. Mitten auf dem Steindamm werden hier vornehmlich Originalfassungen von aktuellen, aber auch älteren Kinohits und Filmklassikern gezeigt.

Zudem befindet sich südlich des Hauptbahnhofes das Museum für Kunst und Gewerbe (MK&G). Mit rund 500.000 Objekten, gehört das MK&G zu den bedeutendsten Museen für Kunst, Fotografie und Design in ganz Europa. Die große Sammlung an Objekten widmet sich den europäischen, asiatischen und den fernöstlichen Kulturkreisen und reicht von der Antike bis zur Gegenwart.

So steht St.Georg heute für spannende Gegensätze, schnelllebiges, museales, mondänes und alternatives. Ein Spannungsfeld zwischen Alster und Bahnhof, das den Reiz des Stadtteils für seine Bewohner heute so einzigartig macht.

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