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Hamburger Stadtteile – Finkenwerder

17 Apr

Finkenwerder ist Airbus, Airbus ist Industrie, Industrie ist grau. So, oder so ähnlich könnte man von außen über Finkenwerder denken. Dass dies jedoch in keiner Weise zutrifft, merkt jeder, der einmal südlich der Elbe in den grünen Marschen eingerahmt von Elbe und alter Süderelbe unterwegs war.

Finkenwerder ist fraglos einer der wichtigsten Industriestandorte in Hamburg, bietet aber für seine Bewohner eine wasserreiche Umgebung mit viel Grün und Natur. Und das alles innenstadtnah.

Die Insel der Finken

Durch die mäandernden Elbarme war Finkenwerder ursprünglich eine Insel innerhalb der Elbe. Bekannt besonders durch die im 13. Jahrhundert hier etablierte Jagd auf Vögel, vornehmlich Finken. Die Insel, oder plattdeutsch Warder bzw. Werder, erhielt somit den Namen Finkenwerder und war jahrhundertelang durch diesen Wirtschaftszweig und die Hochseefischerei beeinflusst.

Hochseefischer waren auch die Eltern von Johann Wilhelm Kinau, besser bekannt als der Schriftsteller Gorch Fock, der auf hier geborgen wurde und dessen Elternhaus heute noch hier steht.

In jüngerer Zeit ist, wie im Alten Land überall zu finden, vor allem der Obstanbau eine landschaftlich prägende Industrie.  Neben den Äpfeln, die hier wachsen, gibt es in Finkenwerder jedoch einen weitaus größeren Exportschlager.

Von Finkenwerder in die Welt

Die Flugzeuge, die von hier in die Welt hinaus gehen, werden von Hamburgs größtem Arbeitgeber gefertigt: Airbus. Mit etwa 12.500 Beschäftigten in Hamburg übertrifft Airbus sogar die Einwohnerzahl von Finkenwerder. Nahezu der gesamte Westen von Finkenwerder ist Werksgelände. Hier werden die Flugzeuge lackiert, ausgestattet und die Rümpfe montiert. Neben Airbus hat sich im Norden zudem weitere Industrie wie Diehl Aviation oder Quast Präzisionstechnik angesiedelt.

Durch die zahlreichen Arbeitgeber auf der ehemaligen Insel ist Finkenwerder auch infrastrukturell gut innerhalb von Hamburg eingebunden. Mit dem Auto benötigt man durch den Elbtunnel lediglich 25 Minuten bis in die Innenstadt. Die weitaus charmantere Lösung besteht durch die Fahrt mit der Elbfähre direkt von den Landungsbrücken in St. Pauli. Einen stimmungsvolleren Arbeitsweg können wohl nur wenige andere Arbeitnehmer vorweisen.

Trotz Hightech immer auch Dorf geblieben

Heute hat sich das Gebiet vielerorts seinen dörflichen Charme bewahren können. So wohnen nur etwas mehr als 11.000 Einwohner auf der ehemaligen Insel und gerade im südlichen Bereich Finkenwerders ist dieses ländliche, grüne Flair spürbar. Gerade nachdem die südliche Umgehungsstraße erbaut wurde und sich der Verkehr ins Alte Land nicht mehr durch den Ortskern schieben muss.

Neben den Produktionsstandorten und einigen Wohngebieten, die ab den 1920er Jahren errichtet wurden ist das Leben auf Finkenwerder immer übersichtlich geblieben – und das im Einklang mit den Tiden der Elbe und den Obstwiesen des Alten Landes.

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